SPD Velen Ramsdorfon Tour mit Bundestagsabgeordnete Ulla Schulte

Veröffentlicht am 25.08.2019 in Ortsverein

Die Velen-Ramsdorfer SPD radelte unter dem Motto „SPD Velen-Ramsdorf on Tour“ zu dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb von Josef & Gerda Schlautmann nach Reken, um zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Ulla Schulze einen Einblick in die Landwirtschaft vor Ort zu bekommen.

Josef Schlautmann erläuterte den Schweinezuchtbetrieb, welcher im geschlossenen System geführt wird, das heißt von der Aufzucht bis zur Mast. Schlautmann bewirtschaftet 86 ha Ackerfläche und 8 ha Grünland, hält 1.100 Mastschweine, 160 Sauen und 800 Ferkel.

Josef Schlautmann erklärte den Lokalpolitikern, dass sowohl die Tiere als auch der Boden das wichtigste Kapital der Landwirte sei, und so würden er und die meisten anderen Landwirte sie auch behandeln. Für viele Verbraucher sei die Landwirtschaft der alleinige Hauptverursacher für Klimaveränderungen. Dabei, so Schlautmann, würden die meisten Landwirte bereits bodenschonende Landbewirtschaftung, geeignete Fruchtfolgen, ökologischen Landbau, integrierten und genau berechneten Pflanzenschutz, Präzisionslandwirtschaft und tierfreundliche Haltungssysteme betreiben. Für Schlautmann seien dies bereits seit Jahren bewährte Praktiken. Auch sei es für ihn eine Selbstverständlichkeit, sich am Tierwohl und am QS-Prüfzeichen zu beteiligen. Dass dadurch mehrmals im Jahr unangekündigte Überprüfungen stattfinden würden, sehe er nicht als Belastung, sondern als wichtig an. Denn nur so können die sogenannten „schwarzen Schafe“ ermittelt werden, welche in Gesamtsicht ein schlechtes Licht auch auf gut arbeitende landwirtschaftliche Betriebe werfen würden.

Landwirte können sich schon positiv einbringen, so Schlautmann weiter. Er nannte folgende Beispiele: den Einsatz von stark NP-reduzierter Fütterung, Nitrifikationshemmern und Gesteinsmehl als Ersatz für Unterfußdünger. Diese Maßnahmen seien derzeit in der Erprobung. Erste Erfolge könne Schlautmann bereits mit Blick auf die letzten 5 Jahre verzeichnen. Leider, so Schlautmann, seien diese Maßnahmen sehr kostenintensiv. Da müsse sich unbedingt etwas ändern, damit alle Landwirte davon profitieren können.

Dass sich die Landwirtschaft in einem Wandel befände und sich mit Blick auf den Klimaschutz verändern müsse, ist mittlerweile allen klar, so Schlautmann. Er würde diesbezüglich den Blick nach vorne richten und sei bereit, Neuerungen anzunehmen.

Schlautmann erläuterte weiter, dass die Landwirte ständig ändernde EU-Richtlinien zu befolgen hätten und hier eine gewisse Flexibilität gefragt sei. Schnell waren sich alle Beteiligten einig, dass den deutschen Landwirten aufgrund der zahlreichen Verordnungen gravierende Nachteile gegenüber den Mitstreitern aus den übrigen EU-Ländern entstehen und hier unbedingt EU-weit nachgebessert werden müsse. Es könne nicht sein, dass in Deutschland durch verschärfte Bedingungen die Kosten so in die Höhe getrieben werden, dass die Familienbetriebe aussterben und im Gegensatz dazu im Ausland zu einfachsten und günstigsten Bedingungen ohne Beachtung des Tier- und Umweltschutzes weiter produziert werden kann und somit Erzeugnisse zu Niedrigpreisen in Deutschland eingeführt werden können. Die Bundestagsabgeordnete Ulla Schulte teilte mit, dass sie diesen Missstand mit den Bundestag nehmen würde, um Lösungen zu erarbeiten.

Die Lokalpolitiker sind sich sicher, dass die Familienbetriebe unbedingt erhalten bleiben müssen. Hier ist es Aufgabe der Politik, Lösungen zu finden, um das Verhältnis Landwirtschaft-Umwelt-Gesellschaft in Einklang zu halten. Die SPD Ortsvereinsvorsitzende Birgit Schlautmann weiß, dass die meisten Landwirte ein gutes Verhältnis zur Umwelt haben, denn wer würde sich mehr mit Natur und Umwelt beschäftigen als die Landwirte. Ein Problem scheint hierbei auch in der Gesellschaft zu liegen, so Birgit Schlautmann, denn die meisten Verbraucher schauen auf den Preis, alles muss günstig sein! So ist man als Landwirt gezwungen, auch seinen Betrieb günstig zu führen. Hinzu kommt dann noch die fehlerhafte und/oder einseitige Medienübertragung. Das fehlerhafte Einbringen sogenannter Lobbyisten macht das Ganze dann noch perfekt. Als erschwerend würde noch hinzukommen, dass selbst die Politik keine zukunftsweisenden Richtlinien oder Gesetze vorgibt. Es bringt nichts, so Birgit Schlautmann, wenn immer nur reagiert wird. Damit den landwirtschaftlichen Betrieben Planungssicherheit gewährleistet werden könne, müssten klare Spielregeln und klare Linien für die Zukunft vorgegeben werden. Denn wie soll man da seinem Nachwuchs zumuten, einen elterlichen Hof zu übernehmen?

Es bleibt spannend und es liegt noch viel viel Arbeit vor uns, so Birgit Schlautmann, SPD Ortsvereinsvorsitzende Velen-Ramsdorf.

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