Beschämende Entscheidung des Planungsausschusses

Veröffentlicht am 31.03.2019 in Ratsfraktion

Birgit Schlautmann, Vorsitzende des SPD Ortsvereins Velen-Ramsdorf, ist sehr entrüstet über die gefallene Entscheidung im Planungsausschuss bezüglich der Errichtung einer öffentlich zugänglichen Toilette auf dem Velener Friedhof.

Sie weist das Argument, dass eine öffentlich zugängliche Toilette nicht notwendig sei, vehement zurück.

Dabei ist die Nachfrage der Velener Bürger groß. Bereits auf der Kollen Kaermes im Jahre 2017 wurden erstmals Anfragen von Velener Bürgern bei der SPD gestellt. Im Laufe des Jahres 2018 steigerte sich die Anzahl der Nachfragen. Dieses nahm die SPD Velen-Ramsdorf dann zum Anlass, einen Antrag auf Errichtung einer öffentlich zugänglichen Toilette auf dem Friedhof zu stellen.

„Kommunalpolitik ist dafür da, sich den Wünschen und Äußerungen der Bürger vor Ort anzunehmen. Dabei gilt es, Machtspielchen einzelner Parteien nicht in den Vordergrund zu stellen, wodurch dann negative Entscheidungen gefällt werden“ so Schlautmann.

„Dass sich jetzt in der jüngst stattgefundenen Planungsausschusssitzung alle anderen Parteien gegen die öffentlich zugängliche Toilette ausgesprochen haben, ist schon sehr beschämend“, so Schlautmann weiter. Mit der Ablehnung des SPD-Antrages werden gezielt behinderte-, kranke- oder alte Menschen ausgegrenzt. Denn gerade diesen Menschen ist es nicht zuzumuten, zum Ärztehaus oder zur nächsten Gaststätte (wenn sie denn dann geöffnet ist) zu laufen. „Eine Notdurft lässt sich leider zeitlich nicht so lange hinausschieben“.

„Es wird in der heutigen Zeit immer sehr viel von „Teilhabe“ gesprochen, aber eben nur gesprochen. Leider ist man nicht gewillt, „Teilhabe“ auch umzusetzen.

Teilhabe bedeutet nämlich, dass jeder Mensch sein Leben eigenständig und selbständig gestalten und mitbestimmen und alle öffentlichen Einrichtung wie Schwimmbäder, Sportcenter, Theater oder eben auch Friedhöfe nutzen kann. Alle Menschen, hier sind besonders behinderte, kranke oder alte Menschen zu nennen, haben ein Recht auf „Teilhabe“ und „Teilhabe auf ein soziales Gemeinwesen“. Um „Teilhabe“ auch wirklich umzusetzen, ist es dann auch notwendig, dass Städte und Gemeinden die Beteiligungsprozesse neu gestallten und Barrieren abbauen. Da in der Trauerhalle bereits eine Toilette vorhanden ist, diese aber nur durch eine Wand nach außen hin versperrt ist, würde sich hier eine einfache Gelegenheit anbieten, einen Anfang zu starten, „Teilhabe“ auch umzusetzen.

In einigen Nachbarkommunen werden auch öffentlich zugängliche Toiletten vorgehalten. Warum tun sich die Velener da so schwer mit?

Eines ist sich Birgit Schlautmann aber sicher: Alle, die jetzt gegen eine öffentlich zugängliche Toilette stimmen, könnten sie vielleicht irgendwann selbst einmal vermissen, wenn sie ihre eigenen verstorbenen Angehörigen auf dem Friedhof besuchen und dann keine Toilette vorhanden oder nicht so schnell erreichbar ist.

Birgit Schlautmann

Vorsitzende OV Velen-Ramsdorf