Antrag der SPD Velen-Ramsdorf zum Hochwasserschutz

Veröffentlicht am 04.07.2018 in Ortsverein

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Hochwasserschutz besteht unter anderem auch darin, das Ausufern eines Gewässers zu verhindern.
Die sachgerechte Unterhaltung und Pflege der vorhandenen Sandfänge kann das Über-die-Ufer-treten der Bocholter Aa erheblich verringern.
Die regelmäßige Entleerung der Sandfänge ist eine Maßnahme von vielen, dem drohenden Hochwasser zu Spitzenregenzeiten entgegenzuwirken.

Mittlerweile hat sich in der Bocholter Aa im Streckenverlauf von Velen bis zum Ramsdorfer Wehr eine Sandschicht (Feinsediment) von 52.000m³ abgesetzt (7 km Flusslänge x 5,00 m Flussbreite x durchschnittlich 1,50 m Feinsediment). Abgesehen von den ökologischen Nachteilen der Versandung (Aussterben von kieslaichenden Fischarten, da alle Strukturen im Flussbett erstickt werden, Einschränkung der Funktionalität der natürlichen kiesigen Sohlestrukturen, Verschlechterung der Wasserqualität etc.) ist nachgewiesen, dass der ordnungsgemäße Wasserabfluss durch Versandung nicht mehr gewährleistet werden kann.
Folge: Das Aufnahmevolumen verringert sich, d. h. bei Spitzenregenzeiten kann die Bocholter Aa nicht mehr die flutartigen Wassermengen aufnehmen, dementsprechend tritt die Bocholter Aa schneller über die Ufer.

Folgende Ursachen für Sedimenteinträge können genannt werden:
- Bodenerosionen durch Wind und Wasser angrenzender Ackerflächen,
- Fehlender Uferbewuchs (in NRW ist gesetzlich geregelt, dass mind. 1,00 m Uferrandstreifen zur Oberkante, Trapezprofil des Gewässers eingehalten werden muss),
- Landwirtschaftliche (schadhafte) Drainagen,
- Abschwemmen feinen Bodenmaterials von versiegelten Flächen in Siedlungen,
Folgen dieser Ursachen sind, dass die Zuflüsse Thesingbach, Weißer Vennbach, Rindelfortsbach, Messlingbach, Efgörtsbach ein hohes Maß an Feinsedimenten in die Bocholter Aa einschwemmen.

Seit Jahren (ca. 15 - 20 Jahre) werden die Sandfänge am Efgörtsbach, Thesingbach, den Vennbächen, Weißer Vennbach und in Ramsdorf unterhalb des Wehres und der Sandfang in der Nähe von Getränke Förster (müsste wieder reaktiviert werden) nicht mehr regelmäßig gepflegt/gereinigt/geleert. Sie sind völlig mit Feinsediment abgefüllt, ja sogar zum Teil so versandet, dass Sandburgen aus dem Wasser ragen und darauf Bäume wachsen (Verlandung). Sie können ihre Aufgabe, den anfallenden Sedimenteintrag konzentriert aufzufangen und somit den vorhandenen Kies im Flussbett vor vermehrtem Sandeintrag zu entlasten, nicht mehr wahrnehmen.

Die SPD Velen-Ramsdorf stellt hiermit offiziell den Antrag, dass die Stadt Velen sich um die Entleerung der bereits vorhanden Sandfänge kümmert, bzw. die zuständigen Institutionen beauftragt, die Sandfänge zu leeren.
Die Entleerung der Sandfänge ist somit ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutzkonzept der Stadt Velen.